Wissen schafft Heilung.

Orthopädie Klinikum rechts der Isar Technische Universität München

 

Klinik und Poliklinik für
Orthopädie und Sportorthopädie

 

Direktor

Univ.-Prof. Dr. med.
Rüdiger von Eisenhart-Rothe

 

Kliniksekretariat:

Tel: 089 / 41 40 - 22 71
Fax: 089 / 41 40 - 48 49
E-Mail: ortho(at)mri.tum.de

 

Terminvereinbarungen:

Privatambulanz
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Poliklinik / Ambulanz
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E-Mail: ortho-ambulanz(at)mri.tum.de

 

Nachbericht zum Tag der offenen Tür 2019

EndoTUM - Tag der offenen Tür

„Wir kümmern uns um Lebensqualität“

Wer ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk braucht, den quälen neben Schmerzen meist auch viele Fragen. Kompetente Antworten darauf gab es beim Tag der offenen Tür des zertifizierten Endoprothetik Zentrums (EndoTUM) am Klinikum rechts der Isar. Ob einfacher oder doppelter Schlitten beim Kniegelenk, zementierter oder zementfreier Schaft bei der Hüfte – in kurzen Vorträgen erläuterten Klinikleiter Rüdiger von Eisenhart Rothe und Oberarzt Florian Pohlig die Vor- und Nachteile der gängigen Operationstechniken und Prothesenarten sowie die Abläufe bei einem Hüft- bzw. Kniegelenksersatz. Sie schöpften dabei aus einem reichen Erfahrungsschatz: Insgesamt 1000 Prothesen werden jährlich an der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie eingesetzt und circa 400 Wechseleingriffe durchgeführt. Die Klinik ist seit 2013 zertifiziertes überregionales Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung.

Lebhaftes Interesse herrschte auch in diesem Jahr wieder an den Ständen der kleinen Industrieausstellung im Pavillon des Klinikums, wo die Hersteller von Gelenkprothesen gern die Fragen der Besucher beantworteten.

Ob es sich lohnt, auf neue Operationstechniken zu warten, wollten Zuhörer in der anschließenden Diskussionsrunde wissen. Für das Hüftgelenk gab es dazu ein klares Nein. Mit einer Erfolgsrate von über 95 Prozent sei der Hüftgelenksersatz eine der erfolgreichsten Operationen in der Geschichte der Medizin, sagte Florian Pohlig.  Professor von Eisenhart-Rothe ergänzte, dass die moderne Hüftprothetik in der Tat nur noch wenig verbesserungsfähig sei, während es bei Knieimplantaten durchaus noch Optimierungspotenzial gebe. Trotzdem bringe es auch hier nichts, eine Operation hinauszuzögern. „Die Funktion vorher bestimmt ganz wesentlich die Funktion nachher“, sagte er. „Wir raten unseren Patienten vorab zur Physiotherapie, um das Bestmögliche rauszuholen.“

Anschließend hatten Interessierte Gelegenheit, einen der drei hochmodernen Reinstluft-Operationssäle der Orthopädie zu besichtigen. Sie erlebten dort eine sehr lebensecht simulierte Kniegelenkstransplantation – Fräsen und Hämmern inklusive.

Immer gut gelaunt: Zwei unserer OP-Schwestern vor der Demonstration einer Kniegelenksoperation in einem der Reinstluft-Operationssäle der Orthopädie.

Das Fazit am Ende der Veranstaltung? Klinikchef von Eisenhart-Rothe war zufrieden: „Unsere Besucher haben sehr interessiert mitgemacht. Es gab einen lebendigen Austausch, das macht Spaß. Ich hoffe, dass wir vermitteln konnten, wie individuell jede Behandlung auf den Patienten zugeschnitten ist. Wir wollen ja gemeinsam mit ihm eine gute Leistungsfähigkeit erzielen. Er soll sich wohlfühlen. Letztendlich kümmern wir uns um Lebensqualität.“

Als besonderen Gast begrüßte von Eisenhart-Rothe die ehemalige Patientin Christine S. (Name aus Gründen des Datenschutzes geändert). Sie hatte im Januar 2018 ein künstliches Kniegelenk erhalten und war gekommen, um von ihren Erfahrungen zu berichten.

Von Eisenhart-Rothe nutzte die Gelegenheit, um sich zu erkundigen, wie es seiner Patientin mit ihrem neuen Kniegelenk geht.

„Eins mit Stern“

Rüdiger von Eisenhart-Rothe: Liebe Frau S., ich freue mich, dass Sie gekommen sind. Sie sind unserer Einladung zum Tag der offenen Tür gern gefolgt …

Christine S.: Ich kenne die Ängste, die einen bei dem Gedanken an so eine Operation umtreiben, und die schlaflosen Nächte. Deshalb bin ich gerne hier und beantworte Fragen. Es ist mir ein Herzensanliegen, anderen auf diese Weise zu helfen und ihnen die Angst zu nehmen.

Von Eisenhart-Rothe: Wie geht es Ihnen mit Ihrem neuen Kniegelenk?

Christine S.:Hervorragend! Ich bin unglaublich zufrieden. Schon acht Wochen nach der Operation bin ich zehn Kilometer gewandert – schmerzfrei! Ich war überglücklich und mein Mann ebenfalls. Der musste sich ja vorher immer nach meinem Wohlbefinden richten.

Von Eisenhart-Rothe: Haben Sie Ihre frühere Bewegungsfähigkeit völlig wieder erlangt?

Christine S.: Ich wandere, fahre Ski, spiele mit Freundinnen Tennis und walke zehn bis 20 Kilometer. Natürlich meinem Alter gemäß, ich muss keine Wettbewerbe mehr gewinnen. Mein künstliches Kniegelenk vergesse ich dabei komplett. Ich will Bewegung und ich will sie genießen. Das ist für mich Lebensqualität. Unterm Strich geht es mir sogar deutlich besser als früher. Wegen der Schmerzen hatte ich in den Jahren zuvor immer weniger Freude am Sport, die Kondition ließ nach. Das schlägt aufs Gemüt. Heute sportle ich, wie ich will. Mehr als einen Muskelkater bekomme ich davon nicht.

Von Eisenhart-Rothe: Was gab den Ausschlag, dass Sie sich für die Operation entschieden haben?

Christine S.: 1984 hatte ich einen Kreuzbandriss und bekam eine Kreuzbandplastik.Danach ging es mir Jahrzehnte gut. Aber schleichend entwickelte sich eine Fehlstellung, ein leichtes O-Bein. Als Folge entstand im Knie eine Arthrose, die in den letzten fünf bis acht Jahren immer schlechter wurde. Ich konnte das Knie nicht mehr durchstrecken, das Treppensteigen fiel mir schwer. Vom Sport bekam ich Schmerzen und das Knie war tagelang geschwollen. Irgendwann begann ich auch noch zu hinken. Es kam der Punkt, an dem ich mir sagte, das geht so nicht mehr.

Von Eisenhart-Rothe: Sie wurden bei uns am Klinikum operiert. Wie haben Sie den Eingriff und die anschließende Rehabilitationsphase in Erinnerung?

Christine S.: Ich hatte mich gründlich über den Eingriff informiert, sogar diese gruseligen Operations-Videos auf Youtube habe ich angeschaut. Nach dem Gespräch mit Ihnen entschied ich, mich hier am Klinikum operieren zu lassen. Die Chemie stimmte, das Vertrauen war da. Das war mir wichtig. Etwas anstrengend fand ich den Tag vor der Operation, die vielen Vorbesprechungen. Doch am Tag selbst, ging alles flott.

Von Eisenhart-Rothe: Wenn ich mich recht erinnere, waren Sie die erste Patientin an diesem Tag …

Christine S.: Dafür bin ich Ihnen noch heute dankbar! Dank der guten Vorbereitung war ich völlig entspannt. Alles lief ab, wie beschrieben. Ich konnte tatsächlich noch am selben Tag aufstehen – mit Hilfestellung zwar, aber immerhin. Die Versorgung während der fünf Tage in der Klinik fand ich toll. Ich fühlte mich aufgehoben. Die Pfleger, die Physiotherapeuten – alle haben mich sehr zuvorkommend behandelt. Als Lehrerin gebe ich Ihnen eine Eins mit Stern.

Von Eisenhart-Rothe: So viel Lob freut uns natürlich, aber gibt es etwas, das Sie rückblickend anders machen würden?

Christine S.: Wenn man sich einmal für die OP entschieden hat, sollte man sie zügig durchziehen. Ich habe sie noch zwei Monate vor mir her geschoben. Das bringt nichts.
Die stationäre Reha danach war für meine Bedürfnisse goldrichtig: Ich wollte mich komplett auf mein Knie konzentrieren, bewusst etwas für die Gesundung tun. Drei Wochen haben mir gereicht. Unterstützt durch gelegentliche Lymphdrainagen und Physiotherapie, habe ich zu Hause weitertrainiert. Ganz konsequent. Es gehören ja immer zwei dazu: ein guter Operateur und man selbst. Nach acht Wochen bin ich wieder zur Arbeit gegangen.

Von Eisenhart-Rothe: Sie haben alles sehr tapfer durchgestanden. Haben Sie sich danach belohnt?

Christine S.: Und wie! Ich bin mit meiner Schwester shoppen gegangen. Ich wollte endlich wieder engere Hosen tragen und nicht nur weite, die das Knie kaschieren. Und es war toll! Die Karte hat geglüht!

 

 

 


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