Wissen schafft Heilung.

Orthopädie Klinikum rechts der Isar Technische Universität München

 

Klinik und Poliklinik für
Orthopädie und Sportorthopädie

 

Direktor

Univ.-Prof. Dr. med.
Rüdiger von Eisenhart-Rothe

 

Kliniksekretariat:

Tel: 089 / 41 40 - 22 71
Fax: 089 / 41 40 - 48 49
E-Mail: ortho(at)mri.tum.de

 

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Patientenveranstaltung tz/Merkur am 11. Februar

11.02.2019

Wieder gut im Strumpf stehen

Auf der Patientenveranstaltung im Pressegebäude von Münchner Merkur und tz erfuhren die Zuhörer viel über moderne Robotertechnologie bei Kniegelenksoperationen – und nicht zuletzt auch, dass das Knie ein bisschen Liebe braucht.

Die Alte Rotation im Pressehaus war gefüllt bis zum letzten Platz. Mehr als 200 Interessierte waren der Einladung von Münchner Merkur und tz zum Info-Abend „Hightech-Hilfe für ein neues Knie“ gefolgt – trotz Gegenwind durch Sturmtief „Sabine“. Weniger turbulent, vielmehr lebendig und informativ führten Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Sportorthopädie am Klinikum rechts der Isar, und vier seiner Oberärzte in die Welt der Knieendoprothetik ein. In kurzen Vorträgen steckten die Ärzte Severin Langer und Claudio Glowalla den Hintergrund der Thematik ab: vom Krankheitsbild Arthrose und gängigen Prothesenmodellen bis zum Wandel des Operationsverfahrens: weg vom mechanischen Alignment, der „Produktion gerader Beine“, hin zum kinematischen Alignment, der Wiederherstellung der originären Beinachse und Gelenklinie des Patienten. Vielleicht ein entscheidender Fortschritt. Denn gerade Beine sind eher selten, die Mehrheit der Menschen (etwa 85 Prozent) neigt zum O-Bein. Nach einem Überblick über die Geschichte der Robotik in der Orthopädie durch den leitenden Oberarzt Florian Pohlig, lieferte Christian Suren noch praktische Informationen zum Behandlungsablauf einer Knie-OP – vom Diagnosegespräch bis zur Nachkontrolle.

Klinikdirektor von Eisenhart-Rothe wies zunächst darauf hin, dass das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks eine bewährte, sehr erfolgreiche Operation ist. „Rund 200.000 künstliche Kniegelenke werden jährlich in Deutschland implantiert“, sagte er, „und die Mehrheit der Patienten ist mit dem Ergebnis zufrieden.“ Gelenkspezialisten wie ihm reicht das jedoch nicht, denn trotz kontinuierlicher Optimierung von Prothesen und Operationsverfahren sind gleichbleibend etwa zehn bis 20 Prozent der Patienten nicht glücklich mit ihrem neuen Gelenk. Die Herangehensweise des kinematischen Alignments könnte der Schlüssel sein, dies zu ändern. „Untersuchungen zeigen, dass dieses Verfahren den herkömmlichen Operationstechniken überlegen ist. Bislang fehlte uns allerdings ein Instrument, um den dahinterstehenden Anspruch, nämlich das Knieimplantat präzise an die individuelle Anatomie des Patienten anzupassen, tatsächlich einlösen zu können“, erklärt von Eisenhart-Rothe. „Mit dem Mako-System steht uns jetzt eine solche Technologie zur Verfügung.“

Seit dem vergangenen Oktober operiert die Orthopädie des Klinikums mit dem neuen Assistenz-Roboter. Die bisherigen Erfahrungen: ausgezeichnet. Operierte Patienten haben – wie dies auch erste Studien belegen – nicht nur weniger Schmerzen nach der OP, die Funktionalität ihres Kunstgelenks ist auch höher. „Bei Kontrolluntersuchungen stelle ich regelmäßig fest, dass die Implantate perfekt sitzen. Das ist faszinierend“, so von Eisenhart-Rothe. „Sie sitzen genau so, wie sich das ein Orthopäde wünscht.“ Der Eingriff selbst ist aufwändiger und dauert etwas länger. „Das Knie braucht eben ein bisschen Liebe“, wie Florian Pohlig es ausdrückt. Das Mehr an Zuwendung kommt bei den Patienten an, auch sie sind höchst zufrieden. Verletzungen an Bändern, Gefäßen oder Nerven passieren nicht, der Roboterarm stoppt, sobald die Fräse über den definierten Bereich hinausgeht. Und natürlich operiert der Roboter nicht selbsttätig, jeder Arbeitsschritt wird vom Operateur eingeleitet und durchgeführt, betont von Eisenhart-Rothe.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit von Eisenhart-Rothe und Florian Pohlig auf dem Podium hakte tz-Chefreporter Andreas Beez bei wichtigen Themen nach. Wie lange es denn dauere, bis man „wieder gut im Strumpf stehe?“. Hier muss man sich auf Durchschnittswerte verlassen: eine Woche Krankenhausaufenthalt, drei Wochen Reha. In den ersten zwei Wochen ist eine Teilbelastung an Krücken ratsam. Nach drei Monaten darf man wieder Sport treiben, mit intensiveren Sportarten wie Tennis oder Skifahren sollte man sich sechs Monate gedulden. Und das gefürchtete Infektionsrisiko? Am Klinikum liegt es bei unter einem Prozent. Bei Vorerkrankungen kann es entsprechend höher sein, dies wird abgeklärt. Und wann ist der richtige Zeitpunkt für die OP? Hier gilt als bewährte Faustregel: Egal, was das Röntgenbild sagt – wird der Leidensdruck unerträglich, sollte man das Knie operieren lassen. Das Alter spielt eine untergeordnete Rolle.

Zu guter Letzt bekam der Mako seinen starken Auftritt. Die Herstellerfirma Stryker hatte dafür den Roboter samt Workstation mit Bildschirmen aufgebaut. An einem sogenannten Showbone führt von Eisenhart-Rothe die Fräse am Roboterarm vor. Wer wollte, durfte selbst Hand anlegen. So konnten sich auch Skeptiker davon überzeugen, dass das Gerät nicht von alleine lossägt und tatsächlich automatisch stoppt, wenn der grün markierte Bereich überschritten wird.

Prof. von Eisenhart-Rothe und seinem Team zogen eine positive Bilanz: „Das Publikum war sehr interessiert. Wir hatten einen guten Austausch, auch in kleinen Gesprächsrunden. Ich hoffe, wir konnten viele Fragen klären und den Betroffenen eine gute Orientierung mitgeben. Und natürlich freuen wir uns, wenn wir den einen oder anderen Zuhörer bei uns im EndoProthetikZentrum begrüßen dürfen.“

                                                                                                                                                                                                                               

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